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Anleitung zur Nutzung des Luft-Luft-Wärmepumpenrechners

Einführung

1.1 Was ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe (auch Split-Klimaanlage genannt) ist ein hocheffizientes Heiz- und Kühlsystem, das Wärme aus der Außenluft gewinnt und direkt an die Raumluft abgibt. Im Gegensatz zu Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeitet sie ohne Wasserkreislauf und kann daher besonders schnell und flexibel installiert werden.

Aufbau eines Split-Systems:

1.2 Single-Split vs. Multi-Split

SystemBeschreibungAnwendung
Single-Split1 Außengerät + 1 InnengerätEinzelner Raum (Wohnzimmer, Büro)
Multi-Split1 Außengerät + 2-8 InnengeräteMehrere Räume mit individueller Regelung

Vorteile Single-Split:

Vorteile Multi-Split:

1.3 Abgrenzung zu Luft-Wasser-Wärmepumpen

MerkmalLuft-Luft-WPLuft-Wasser-WP
WärmeabgabeDirekt an RaumluftÜber Wasserkreislauf (Heizkörper, Fußbodenheizung)
WarmwasserNicht möglichJa, Trinkwassererwärmung
InstallationSchnell (1-2 Tage)Aufwendig (Heizungsumbau)
Kosten2.000-8.000 EUR15.000-30.000 EUR
KühlungStandardOptional (Zusatzkosten)
Beste AnwendungErgänzungsheizung, EinzelräumeVollheizung, Neubau

1.4 Typische Anwendungsfälle

1. Ergänzung zur Bestandsheizung (Bivalenzbetrieb)

2. Einzelraum-Vollversorgung

3. Sommerliche Kühlung

4. PV-Eigenverbrauchsoptimierung

1.5 Normgrundlage

Dieser Rechner basiert auf:


Berechnungsgrundlagen

2.1 SCOP - Saisonale Effizienz im Heizbetrieb

Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) ist die wichtigste Kenngröße für die Heizeffizienz. Er gibt an, wie viel Wärme im Jahresmittel pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt wird.

Formel:

SCOP = Jahresheizwärme [kWh] / Jahresstromverbrauch [kWh]

Beispiel: SCOP = 4,2 bedeutet: Für 1 kWh Strom werden 4,2 kWh Wärme erzeugt.

Typische SCOP-Werte:

BewertungSCOP-BereichEnergieeffizienzklasse
Sehr gut> 5,0A+++
Gut4,0 - 5,0A++
Befriedigend3,5 - 4,0A+
Ausreichend3,0 - 3,5A
Gering< 3,0B oder schlechter

2.2 Klimadaten und Standortbestimmung

Der Rechner verwendet zwei Datenquellen für die Berechnungen:

1. EN 14825 Klimazonen (für SCOP-Berechnung):

Die EN 14825 definiert drei Klimazonen für Europa mit unterschiedlichen Gewichtungsfaktoren für die SCOP-Berechnung:

KlimazoneTypische LänderHeizstundenDesign-Temp.
AverageDeutschland, Österreich, Schweiz4.910 h-10°C
WarmerSpanien, Italien, Südfrankreich3.590 h+2°C
ColderSchweden, Finnland, Norwegen6.446 h-22°C

2. PVGIS TMY-Daten (für Lastprofile und Detailberechnungen):

Für detaillierte Analysen lädt der Rechner echte Wetterdaten aus PVGIS (Photovoltaic Geographical Information System) für Ihren Standort:

Kombination beider Datenquellen: Die Klimazone bestimmt die EN 14825-Gewichtungsfaktoren für den SCOP und die Heizstunden für den Jahresheizwärmebedarf. Die TMY-Daten ermöglichen detaillierte stündliche Analysen wie Lastprofile und monatliche Aufteilungen.

Der Rechner ermittelt die Klimazone und lädt die TMY-Daten automatisch basierend auf Ihrem Standort.

2.3 COP vs. SCOP

KennwertBedeutungMessbedingung
COPMomentane EffizienzBei einer bestimmten Außentemperatur (z.B. A7 = 7°C)
SCOPSaisonale EffizienzGewichteter Durchschnitt über die Heizsaison

COP-Bezeichnungen:

Wichtig: Der COP sinkt bei niedrigen Außentemperaturen. Bei -15°C kann der COP nur noch 2,0 betragen, während er bei +10°C bei 5,5 liegt. Der SCOP berücksichtigt diese Schwankungen über die gesamte Heizsaison.

2.4 SEER - Saisonale Effizienz im Kühlbetrieb

Der SEER (Seasonal Energy Efficiency Ratio) ist das Äquivalent zum SCOP für den Kühlbetrieb.

Typische SEER-Werte:

BewertungSEER-BereichEnergieeffizienzklasse
Sehr gut> 8,5A+++
Gut6,0 - 8,5A++
Befriedigend5,0 - 6,0A+

2.5 Bivalenzbetrieb

Beim Bivalenzbetrieb arbeiten zwei Wärmeerzeuger zusammen. Die Luft-Luft-Wärmepumpe wird mit einer bestehenden Heizung kombiniert.

Bivalenz-Modi:

ModusBeschreibungWann sinnvoll?
MonovalentNur Luft-Luft-WPGut gedämmte Häuser, milde Winter
Bivalent AlternativUnter Bivalenzpunkt nur BestandsheizungEinfachste Variante
Bivalent ParallelBeide arbeiten gleichzeitig unter BivalenzpunktHoher Wärmebedarf
Bivalent TeilparallelLuft-Luft Grundlast + Bestand SpitzenOptimale Nutzung beider Systeme

Bivalenzpunkt: Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der die Bestandsheizung einspringt. Typische Werte:

2.6 Jahresheizwärmebedarf

Der Rechner ermittelt den Jahresheizwärmebedarf über eine vereinfachte Methode basierend auf der Klimazone:

Qh = Heizlast [kW] × Heizstunden_Klimazone × 0,4

Parameter:

Beispiel für Klimazone "Average" (Deutschland):

Heizlast = 5 kW
Heizstunden = 4.910 h
Qh = 5 × 4.910 × 0,4 = 9.820 kWh/Jahr

Hinweis: Dies ist eine vereinfachte Abschätzung. Die tatsächlichen monatlichen Werte werden zusätzlich aus den TMY-Temperaturdaten berechnet und sind im Tab "Jahresverlauf" detailliert aufgeschlüsselt.


Schritt-für-Schritt Anleitung

Der Rechner führt Sie durch einen 6-stufigen Wizard. Hier erklären wir jeden Schritt im Detail.

3.1 Schritt 1: Systemtyp wählen

Im ersten Schritt wählen Sie zwischen Single-Split und Multi-Split.

Entscheidungshilfe:

KriteriumSingle-SplitMulti-Split
Anzahl zu beheizender Räume12-8
Unabhängiger Betrieb pro RaumJaJa, aber abhängig von Außengerät
Außengerät-Anzahl1 pro Raum1 für alle Räume
FassadenoptikMehrere AußengeräteEin Außengerät
FlexibilitätHochMittel
KostenGünstiger pro GerätGünstiger ab 3+ Räumen

Tipp: Wenn Sie nur einen Hauptraum (z.B. Wohnzimmer) klimatisieren möchten, ist Single-Split die einfachere Wahl. Bei mehreren Räumen lohnt sich Multi-Split ab 3 Räumen wirtschaftlich.

3.2 Schritt 2: Standort eingeben

Der Standort bestimmt die Klimadaten für die Berechnung.

Eingabefelder:

Automatisch ermittelte Werte:

Sie können die Norm-Außentemperatur manuell überschreiben, falls Sie abweichende Werte verwenden möchten.

Hinweis: Für eine normgerechte Berechnung konsultieren Sie die BWP Klimakarte für offizielle Norm-Außentemperaturen.

3.3 Schritt 3: Geräte auswählen

In diesem Schritt wählen Sie die konkreten Geräte aus unserem Katalog.

Außengerät auswählen

Filteroptionen:

Wichtige Gerätedaten:

Innengeräte auswählen

Innengeräte-Typen:

TypBeschreibungEinbauort
WandgerätKlassische Klimaanlage an der WandWohnzimmer, Schlafzimmer
TruhengerätStandgerät am BodenUnter Fenstern, Wintergarten
KassettengerätEinbau in DeckeBüros, Gewerbe
KanalgerätVersteckt in ZwischendeckeUnsichtbare Installation

Bei Multi-Split: Fügen Sie nacheinander Innengeräte hinzu. Achten Sie auf das Kapazitätsverhältnis:

Kapazitätsverhältnis = Summe Innengeräte-Leistung / Außengerät-Leistung
VerhältnisBewertung
0,8 - 1,0Optimal
1,0 - 1,3Akzeptabel (leichte Überdimensionierung)
< 0,8Unterdimensioniert (Warnung)
> 1,3Stark überdimensioniert (Warnung)

Wichtig: Bei Multi-Split-Systemen müssen Außen- und Innengeräte kompatibel sein. Der Rechner prüft dies automatisch und zeigt Warnungen bei inkompatiblen Kombinationen.

3.4 Schritt 4: Räume / Heizlast erfassen

Hier geben Sie die zu beheizenden Räume mit ihrer Heizlast ein.

Single-Split: Ein Raum

Eingabefelder:

Heizlast schätzen: Falls Sie die Heizlast nicht kennen, können Sie die Schätzfunktion nutzen:

Der Rechner verwendet standardmäßig 60 W/m² als Mittelwert.

Tipp: Für eine genaue Heizlast nutzen Sie unseren Heizlastrechner und importieren die Ergebnisse.

Multi-Split: Mehrere Räume

Bei Multi-Split erfassen Sie mehrere Räume in einer Tabelle:

FeldBeschreibung
NameRaumbezeichnung
GeschossStockwerk
FlächeGrundfläche in m²
HeizlastHeizlast in kW
InnengerätZugeordnetes Innengerät
AktivMit Luft-Luft beheizt?

Import aus Heizlast-Projekt: Wenn Sie bereits eine Heizlastberechnung durchgeführt haben, können Sie die Räume importieren:

  1. Klicken Sie auf "Räume importieren"
  2. Geben Sie den Projektschlüssel ein
  3. Wählen Sie die zu importierenden Räume aus

Dimensionierungshinweise

Der Rechner zeigt farbcodierte Hinweise zur Dimensionierung:

FarbeDeckungsgradBedeutung
Grün≥ 90%Gerät deckt Heizlast vollständig
Gelb70-90%Bivalenzbetrieb empfohlen
Rot< 70%Gerät unterdimensioniert

3.5 Schritt 5: Bivalenz & Wirtschaftlichkeit

Dieser Schritt konfiguriert den Betriebsmodus und die wirtschaftlichen Parameter.

Bivalenz-Modus wählen

1. Monovalent (nur Luft-Luft)

2. Bivalent Alternativ

3. Bivalent Parallel

4. Bivalent Teilparallel

5. Nur Kühlung/Übergang

Bestandsheizung konfigurieren

Bei Bivalenz-Modi 2-5 definieren Sie Ihre Bestandsheizung:

FeldBeschreibungBeispiel
TypArt der HeizungGas-Brennwert
NennleistungHeizleistung in kW15 kW
WirkungsgradJahresnutzungsgrad0,94 (94%)
BrennstoffpreisKosten pro kWh0,10 EUR/kWh
CO2-FaktorEmissionen pro kWh0,20 kg/kWh

Typische Werte nach Heizungstyp:

HeizungstypWirkungsgradBrennstoffpreisCO2-Faktor
Gas-Brennwert0,940,10 EUR/kWh0,20 kg/kWh
Gas-Niedertemperatur0,850,10 EUR/kWh0,20 kg/kWh
Öl-Brennwert0,920,12 EUR/kWh0,27 kg/kWh
Pellets0,900,06 EUR/kWh0,02 kg/kWh
Elektro-Direkt1,000,32 EUR/kWh0,38 kg/kWh

Bivalenzpunkt einstellen

Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der die Bestandsheizung einspringt.

Faustregeln:

Kühlung aktivieren (optional)

Wenn Sie die Kühlfunktion nutzen möchten:

Temperaturregelung:

Kühlschwelle: Außentemperatur, ab der Kühlung startet (z.B. 24°C)

Wirtschaftlichkeitsparameter

ParameterBeschreibungStandardwert
StrompreisKosten pro kWh0,32 EUR
StrompreissteigerungJährliche Erhöhung3%
BetrachtungszeitraumWirtschaftlichkeitshorizont20 Jahre
KalkulationszinsFür Kapitalwertberechnung3%
InstallationskostenMontage, MaterialAuto oder manuell
WartungskostenJährliche Wartung100-200 EUR

3.6 Schritt 6: Berechnung starten

Nach Abschluss aller Eingaben klicken Sie auf "Berechnen". Der Rechner führt folgende Berechnungen durch:

  1. SCOP-Berechnung nach EN 14825
  2. Jahresheizwärmebedarf
  3. Stromverbrauch und Betriebskosten
  4. Bivalenz-Aufteilung (falls aktiv)
  5. Wirtschaftlichkeitsanalyse
  6. CO2-Bilanz

Die Ergebnisse werden in 7 Tabs präsentiert.


Ergebnisse verstehen

4.1 Tab 1: Übersicht

Die Übersicht zeigt die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick.

Hero-Kennzahlen:

KennzahlBedeutungGuter Wert
SCOPSaisonale Heizeffizienz> 4,0
GesamtheizlastWärmeleistungsbedarf-
DeckungsgradAnteil der Heizlast durch Luft-Luft> 90%
StromverbrauchJährlicher Verbrauch-

Bivalenz-Summary (bei Bivalenzbetrieb):

Monovalent-Vergleich (ohne Bivalenz):

4.2 Tab 2: Vergleich (nur bei Bivalenz)

Detaillierter Vergleich der beiden Heizsysteme:

KategorieLuft-LuftBestand
Wärmeanteilz.B. 85%z.B. 15%
Betriebsstundenz.B. 2.500 hz.B. 500 h
EnergieverbrauchkWh StromkWh Brennstoff
EnergiekostenEUR/JahrEUR/Jahr
CO2-Emissionenkg/Jahrkg/Jahr

Wichtige Erkenntnisse:

4.3 Tab 3: Jahresverlauf

Monatliche Aufschlüsselung der Ergebnisse.

Monatliche Daten:

Diagramme:

Interpretation: Im Übergang (März-April, Oktober-November) arbeitet die Luft-Luft-WP besonders effizient mit hohen COP-Werten. Im Winter sinkt der COP, aber die Bestandsheizung kann unterstützen.

4.4 Tab 4: Effizienz

Detaillierte Effizienzanalyse.

JAZ-Werte (Jahresarbeitszahl):

Effizienz-Rating: Klassifizierung nach EU-Energielabel (A+++ bis G)

COP-Kurve: Diagramm des COP bei verschiedenen Außentemperaturen:

Monatliche JAZ: Tabelle mit COP-Werten für jeden Monat inkl. Min/Max.

4.5 Tab 5: Wirtschaftlichkeit

Finanzielle Analyse der Investition.

Investitionskosten:

PositionBetrag
AußengerätEUR
Innengerät(e)EUR
InstallationEUR
GesamtinvestitionEUR

Betriebskosten:

Kennzahlen:

KennzahlBedeutung
AmortisationszeitJahre bis zur Refinanzierung
Kapitalwert (NPV)Barwert der Einsparungen
AnnuitätGleichmäßige Jahreskosten
CO2-VermeidungskostenEUR pro Tonne CO2

Cashflow-Tabelle: Jahr-für-Jahr-Darstellung mit:

4.6 Tab 6: Umwelt

CO2-Bilanz und Umweltwirkung.

CO2-Emissionen:

Strommix-Szenarien: Vergleich verschiedener Stromquellen:

  1. Aktueller Mix: Bundesdurchschnitt (380 g/kWh)
  2. Grüner Mix: 100% Ökostrom (50 g/kWh)
  3. Kohlemix: Referenz (900 g/kWh)

Primärenergie:

Anschauliche Äquivalente:

4.7 Tab 7: Räume (nur Multi-Split)

Raumweise Ergebnisübersicht.

Tabelle pro Raum:

FeldBeschreibung
RaumnameBezeichnung
HeizlastBedarf in kW
InnengerätZugeordnetes Gerät
GeräteleistungLeistung des Innengeräts
DeckungProzentuale Abdeckung
JahreswärmebedarfkWh/Jahr
StromverbrauchkWh/Jahr
StatusOK / Warnung / Fehler

Statusanzeigen:


Wirtschaftlichkeit und Umweltbilanz

5.1 Amortisationsrechnung verstehen

Die Amortisationszeit gibt an, nach wie vielen Jahren sich die Investition durch Einsparungen refinanziert hat.

Berechnung:

Amortisationszeit = Investitionskosten / Jährliche Einsparung

Beispielrechnung:

Beachten Sie: Die einfache Amortisationsrechnung berücksichtigt keine Zinsen oder Preissteigerungen. Der Kapitalwert (NPV) im Tab "Wirtschaftlichkeit" bietet eine genauere Analyse.

5.2 Wirtschaftlichkeitsfaktoren

Positive Faktoren:

Negative Faktoren:

5.3 CO2-Einsparungspotenzial

Die CO2-Bilanz hängt vom Strommix ab:

SzenarioCO2 pro kWh StromBewertung
Ökostrom0-50 g/kWhSehr gut
Aktueller Mix DE380 g/kWhGut
Nachtstrom/Kohlestrom500-900 g/kWhKritisch

Vergleich mit Gas:

Mit Ökostrom:


Tipps und Best Practices

6.1 Dimensionierung

Nicht überdimensionieren:

Faustregel für Heizleistung:

Für 30 m² Wohnzimmer, mittel gedämmt: 30 m² × 60 W/m² = 1.800 W = 1,8 kW Heizlast

6.2 Bivalenz optimal nutzen

Bivalenzpunkt-Wahl:

PV-Priorität aktivieren: Wenn Sie eine PV-Anlage haben, aktivieren Sie die PV-Priorität. Die Luft-Luft-WP nutzt dann bevorzugt Solarstrom.

6.3 Lärmschutz

Außengerät-Position:

Tagbetrieb-Option: Bei kritischen Standorten können Sie den Nachtbetrieb deaktivieren (nur 6-22 Uhr).

Typische Schallpegel:

GerätSchallleistungSchallpegel in 3 m
Außengerät55-65 dB(A)35-45 dB(A)
Innengerät20-35 dB(A)Direkt am Gerät

6.4 Wartung

Jährliche Wartung empfohlen:

Kosten: ca. 100-150 EUR/Jahr für Fachmannwartung

6.5 PV-Integration

Ideale Kombination:

Lastgang-Export: Der Rechner kann einen stündlichen Lastgang exportieren. Diesen können Sie im Solarrechner für die PV-Auslegung nutzen.


Häufige Fragen (FAQ)

Kann eine Split-Klimaanlage mein Haus komplett heizen?

Ja, unter bestimmten Bedingungen:

Einschränkungen:

Was ist der Unterschied zwischen SCOP und COP?

COPSCOP
BedeutungMomentane EffizienzSaisonale Effizienz
MessungBei einer TemperaturGewichteter Durchschnitt
AussagekraftLaborwertPraxisnäher
Typischer Wert2,5 - 6,03,5 - 5,0

Der SCOP ist aussagekräftiger, da er die unterschiedlichen Außentemperaturen über die Heizsaison berücksichtigt.

Wie wähle ich den richtigen Bivalenzpunkt?

Faustregeln:

  1. Bei COP = 2,5 wechseln: Wenn der COP unter 2,5 fällt, ist die Bestandsheizung oft günstiger
  2. Wirtschaftlicher Vergleich: Bei Strompreis 0,32 EUR und Gas 0,10 EUR → Gas günstiger ab COP < 3,2
  3. Komfortaspekt: Bei Frost funktioniert Gas/Öl zuverlässiger

Formel für wirtschaftlichen Bivalenzpunkt:

COP_grenze = Strompreis / Gaspreis
COP_grenze = 0,32 / 0,10 = 3,2

Bei dieser Außentemperatur, wo COP = 3,2 ist, sollte gewechselt werden (typisch ca. +2°C).

Ist Multi-Split besser als mehrere Single-Split?

KriteriumMulti-SplitMehrere Single-Split
KostenGünstiger ab 3 RäumenGünstiger bei 1-2 Räumen
FlexibilitätAlle abhängig von einem AußengerätUnabhängiger Betrieb
AusfallsicherheitEin Defekt betrifft alleNur ein System betroffen
FassadeEin AußengerätMehrere Außengeräte
InstallationKomplexerEinfacher

Empfehlung:

Wie laut ist eine Split-Klimaanlage?

Typische Werte:

BetriebszustandInnengerätAußengerät
Nachtmodus19-22 dB(A)40-45 dB(A)
Normalbetrieb25-35 dB(A)45-55 dB(A)
Maximallast35-45 dB(A)55-65 dB(A)

Zum Vergleich:

Kann ich meine Gasheizung komplett ersetzen?

Vollständiger Ersatz ist möglich bei:

Bivalenzbetrieb ist sinnvoller bei:


Hintergrundinformationen

8.1 Funktionsweise einer Luft-Luft-Wärmepumpe

Heizprinzip (vereinfacht):

  1. Außengerät entzieht der Außenluft Wärme (auch bei Frost!)
  2. Kältemittel verdampft und nimmt Wärme auf
  3. Kompressor verdichtet das Gas (Temperatur steigt)
  4. Innengerät gibt Wärme an Raumluft ab
  5. Kältemittel kondensiert und der Kreislauf beginnt von vorn

Kühlprinzip: Der Prozess wird umgekehrt: Das Innengerät entzieht dem Raum Wärme, das Außengerät gibt sie ab.

8.2 Typische COP-Werte bei verschiedenen Temperaturen

AußentemperaturCOP HeizenBemerkung
+15°C5,5 - 6,5Übergang, sehr effizient
+7°C4,5 - 5,5Nennbedingung
+2°C3,5 - 4,5Typischer Winter
-7°C2,5 - 3,5Kalter Winter
-15°C1,8 - 2,5Sehr kalt, Effizienz sinkt
-20°C1,5 - 2,0Grenzbereich vieler Geräte

8.3 Innengeräte-Typen im Detail

Wandgerät (am häufigsten):

Truhengerät:

Kassettengerät:

Kanalgerät:

8.4 Kältemittel und Umwelt

Aktuelle Kältemittel:

KältemittelGWPStatus
R410A2.088Wird auslaufen (F-Gase-VO)
R32675Aktueller Standard
R290 (Propan)3Zukunft, aber brennbar

GWP (Global Warming Potential): Das GWP gibt an, wie stark ein Kältemittel zum Treibhauseffekt beiträgt (CO2 = 1).

Hinweis: Moderne Geräte verwenden meist R32 mit niedrigerem GWP. Bei Neuanschaffung auf R32 oder R290 achten.

8.5 Normen und Regelwerke


9. Weiterführende Links


Letzte Aktualisierung: Januar 2026